
STRUKTURKRISE.
In Zeiten einer äußerst erheblich, erwähnenswerten, weltweiten Strukturkrise ist, wie ich finde, ganz interessant, welche Wirtschaftsordnung wohl nun in Zukunft Anklang findet.
Politiker, aber auch deren Berater in Wirtschaftswissenschaften empfehlen:
“Zurück zu einer sozialen Marktwirtschaft".
Aber was heißt das?
Die in 2025 an die Front gewählte CDU, zusammen mit der CSU aus Bayern, vertritt die Wirtschaftsordnung der sozialen Marktwirtschaft, weshalb sie wohl auch, neben der AFD, in Masse gewählt wurde. Die soziale Marktwirtschaft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland eingeführt. Sie wurde maßgeblich von Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack entwickelt und umgesetzt.
Ludwig Ehrhard war eine faszinierende Persönlichkeit. Er gilt als Vater der sozialen Marktwirtschaft. Als deutscher Politiker und Wirtschaftswissenschaftler war er von 1949 bis 1963 als Bundesminister für Wirtschaft und später von 1963 bis 1966 als Bundeskanzler der Bundesrepublik für Deutschland tätig. Er rutschte in die Kategorie der CDU / CSU.
Er galt als pragmatisch und optimistisch in Herangehensweise. Er glaubte fest an die Prinzipien der freien Marktwirtschaft, kombiniert mit sozialer Verantwortung, um Wohlstand für alle zu schaffen. Herausforderungen scheute er ebenso wenig. Seine Entschlossenheit und sein Glaube an Fortschritt und Innovation prägten nicht nur seine Politik, sondern auch sein persönliches Leben.
Er wuchs in einer Familie auf, die ein Geschäft für Weiß- und Wollwaren betrieb.
Schon in jungen Jahren erkrankte er an Kinderlähmung, was zu einer dauerhaften Deformation seines rechten Fußes führte. Trotz dieser Herausforderung meldete er sich während des Ersten Weltkriegs freiwillig zum Militärdienst und wurde inmitten des Gefechts schwer verwundet.
Erhard heiratete 1923 Luise Schuster, eine Volkswirtin, die bereits eine Tochter aus einer früheren Ehe mitbrachte. Gemeinsam hatten sie eine Tochter namens Elisabeth. Seine Familie spielte eine wichtige Rolle in seinem Leben, und er war bekannt für seine Liebe zu Zigarren, die zu seinem Markenzeichen wurden.
Die Menschen mögen Markenzeichen.
Neben seiner politischen Karriere war Erhard auch ein leidenschaftlicher Akademiker und gründete ein Institut für Konsumforschung. Seine Arbeit und sein Engagement für die soziale Marktwirtschaft prägten nicht nur Deutschland, sondern auch sein persönliches Leben.
Als direkt und humorvoll galt er ebenso, genauso wie Helmut Schmidt.
Helmut Schmidt war eine ebenso beeindruckende Persönlichkeit. Er strahlte vor Intelligenz, Rhetorik, Entschlossenheit und Pragmatismus. Helmut hatte vor allem eines:
Er hatte einen scharfen Verstand. Er schrak vor nichts zurück. Nicht vor der Hamburger Sturmflut 1972 und auch nicht vor RAF-Terrorakten in den 70ér Jahren. Öffentlich wirksam tätig war er zwischen 1974 und 1982.
Schmidt war zudem leidenschaftlicher Raucher, sicher mochte er auch Wein und die europäische Kultur in der Ferien- und Urlaubszeit. Auch genoss er klassische Musik.
Loki, seine Frau, war eine Konstante in seinem Leben. Beide waren ein eingespieltes Team und teilten tiefe Verbundenheit.
Ob Ehrhard (CDU) oder Schmidt (SPD) - beide waren Visionäre und Praktiker.
Egal, wer danach als Partei das “Aushängeschild” um den Hals in Repräsentation trug, bildete grundsätzlich weiterhin diese Ordnung und erwies sich als erfolgreiches Modell und Grundlage der deutschen Wirtschaftspolitik.
Das ist die Theorie, die man liest, wenn man liest.
Die soziale Marktwirtschaft kombiniert die Prinzipien des freien Marktes mit sozialen Sicherungssystemen, um sowohl wirtschaftliches Wachstum als auch soziale Gerechtigkeit zu fördern.
Das klingt alles ganz wunderbar.
Fairer Wettbewerb, freier Handel und die Förderung von Kreativität und Innovation stehen dabei natürlich immer auch an der Tagesordnung.
Betont wird wiederholend unser großes Zahnrad, der Mittelstand, sowohl die Industrie als Rückgrat der Wirtschaft, um für diese gute Rahmenbedingungen, "dem Unternehmertum" zu schaffen. Immerhin verkörpern diese ja die Fähigkeit der Arbeitsplätze und ein BIP eines Landes.
Im Grunde spricht man in sämtlichen Legislaturperioden hin zu einem erfolgreichen Wahlergebnis, wie in einer "Never-Ending-Story" von einer ausgeglichenen Waage zwischen Wirtschaftswachstum und bezahlbaren Preisen, von der Verhinderung der Bildung von Monopolen, Korruption und Manipulation.
Der Ausbau der Infrastruktur für eine nachhaltige, innovative Zukunft für Jung und Alt, von Gemeinschaft sowie eine starke Währung ist selbstverständlich stets auch auf der Agenda.
Die Praxis zeigt nur etwas anderes, so finde ich.
An dieser Stelle stellt sich die Frage, was Praxis tatsächlich ist.
Sind Politiker nur Aushängeschilder oder wissen sie wirklich was sie tun?
Egal, wer an der Spitze in Repräsentation bis heute stand, ob bei uns in Europa oder auch in den USA, hat bisher nicht wirklich die Theorie eingehalten oder umgesetzt und wenn, dann nur teilweise.
Ebenso funktioniert Politik stets nur im Kampf, in Debatten und mit Schuldzuweisungen.
Konstruktive Misstrauensvoten katapultieren aus dem Amt, die nicht handeln, wie gewünscht, als wäre es nicht die Wählerschaft oder das Land an sich, welches zu entscheiden hat.
Nach Schmidt zeigte sich der "Kohl", die folgende Wiedervereinigung, die eher ein Unfall, als ein geplanter Vorgang war und darauf Frau Merkel, “unsere Mutti”.
Man könnte denken, alles nur ein Zufall.
Nichts ist geplant, nichts davon gewollt.
Als Kind der Deutschen Demokratischen Republik, im Praxis erfahrenen Kommunismus, der jedoch als Sozialismus ausgegeben wurde, wenn man sich brav artig, diszipliniert und ordentlich zeigte, weiß ich, dass nur an klitzekleinen Schräubchen gedreht werden muss, niemals an dem Großen.
Das große Rad hat schon lange keine Schrauben mehr, außer lockere, verschlissene oder sogar Verrostete.
Sämtliche kleine Rädchen in einem Maschinenraum sind ausschlaggebend, ob ein großes Rad funktioniert oder nicht.
Funktionieren die mittleren und kleinen Rädchen um das große Rad herum nicht mehr, ist es schön, dass es ein großes Rad gibt, es verrostet trotzdem!
Was ist oder war ein großes Rad?
Ein großes Rad war einmal Deutschland. Aber nicht nur.
Auch Russland oder der Iran spielen in Geschichte eine Rolle. China, als Nachzügler, denken wir - obwohl sie ebenso einer der ältesten kontinuierlichen Zivilisationen der Welt sind, deren Geschichte über 5.000 Jahre zurück reicht.
Die chinesische Medizin ist vor allem ganz sinnvoll anzuschauen, bevor andere neue Trendsetter sich auf den Weg machen, um die Welt der Gier neu zu erkunden.
Russland ist ebenso beeindruckend und schreibt eine komplexe Geschichte.
Die Ursprünge reichen bis zur Kiewer Rus im 9. Jahrhundert zurück.
Ein damals ostslawisches Großreich!
Alles Andere danach waren nur, wie soll ich schreiben, Ausrutscher.
Der Iran hingegen reicht ebenso über sämtliche Zivilisationen zurück und gehört zu einer der Ältesten der Welt.
Jegliche Großreiche lebten unter Dynastien.
Dynastien sind aufeinanderfolgende Herrscherfamilien, die über einen längeren Zeitraum die politische oder kulturelle Macht in einem Gebiet ausüben. Sie werden oft durch Erbfolge bestimmt, wobei die Macht von einer Generation zur nächsten innerhalb derselben Familie weitergegeben wird.
Dynastien können auch eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen, indem sie kulturelle Entwicklungen, Architektur, Kunst und Politik prägen.
Ein Beispiel ist zum Beispiel die Qin-Dynastie in China, die lange vor “Christus” dauerte und für die erste Vereinigung Chinas bekannt ist. Auch die Habsburger in Europa waren eine bedeutende Dynastie, die über Jahrhunderte das Heilige Römische Reich, Spanien und andere Gebiete regierte.
EUROPA.
Was ist also Europa und wer ist bitteschön Deutschland in dieser Gemengelage, in mitten der Großen, Reichen, Mächtigen und WER ist verdammt noch mal die USA?
“Die letzte Karte, die ausgespielt wird, ist die Einzige, die zählt.”
Daniela Sommerhoff